Bier-Verbot im Fußballstadion?

Bier-Verbot im Fußballstadion?
Zu einem Fußballspiel im Stadion gehören üblicherweise ein gutes Bier und eine Bratwurst. Künftig könnte sich der Traditionsgenuss jedoch auf die Bratwurst beschränken. Denn das Thema „Fußball und Bier“ geriet in die Schlagzeilen, seit die „Sport Bild“ enthüllte, das DFB-Präsident Theo Zanziger die Vertragsverlängerung mit dem Bier-Sponsor „Bittburger“ stoppte.


DFB unglaubwürdig



Der Vertrag mit Bittburger wurde vollständig von Generalsekretär Niersbach ausverhandelt. Bei der Präsidiumssitzung stimmten alle für eine Verlängerung, bis auf einen. Im letzten Moment kam ein Veto von Zwanziger. Denn der DFB unterstützt die Aktion des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) „Alkoholfrei Sport genießen“. Wenn die Nationalmannschaft gleichzeitig Werbung für Bier macht, würde sich der DFB unglaubwürdig machen – auch bei alkoholfreiem Bier. Nun gerät das Thema erst richtig ins Schäumen. Aus DFB-Kreisen kommt die Kritik man könne einen Generalsekretär nicht so in den Regen stellen, wie „Bild“ berichtet. Es treten immer mehr Differenzen zwischen dem Präsidenten und Teilen der DFB-Zentrale zu Tage.


Fußball und Bier eng verbunden



Bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) fürchtet man nun ebenfalls immer größere Differenzen zwischen dem „Gutmenschen-Verband DFB“ (O-Ton eines Mitarbeiters) und den Profi-Vereinen. Denn diese kommen mit den Brauereien wunderbar zurecht und nehmen jährlich über 20 Millionen Euro durch Bier-Werbung ein. Das Stadion auf Schalke trägt sogar den Namen „Veltins Arena“, der FC-Bayern wirbt für „Paulaner“ und St. Pauli verbindet man automatisch mit „Astra“. Wenn der DFB nun auf Bier-Werbung verzichtet, würde das Thema selbst bei den 80.000 Amateurspielen pro Wochenende stigmatisiert – die Folge wäre wahrscheinlich ein totales Bier-Verbot. Zur Zeit wird noch in allen Bundesliga-Stadien Bier ausgeschenkt. Nur bei sogenannten „Risiko-Spielen“ setzen Augsburg, der HSV und Köln vorsichtshalber auf Alkoholfreies.

Redaktion Brauen.de: Ingo Partz


Nachricht vom 21.10.2011