Brauchtum des dänischen Weihnachtsbiers

Brauchtum des dänischen Weihnachtsbiers
Die Dänische Brauereien die an dem Ritus teilnehmen, beginnen schon im Sommer mit der Produktion des Weihnachtsbiers. Dabei hat jede Brauerei ihr eigenes Rezept. Traditionell wird dann am Julebryg-Day das Weihnachtsbier zum ersten Mal verkostet – und zwar kostenlos. Die entsprechenden Brauereien verteilen an diesem Tag kostenlos das Weihnachtsbier an Passanten, Restaurant- und Gasthausbesucher und natürlich die Schaulustigen der Parade. Am nächsten Tag kostet die Flasche dann umgerechnet etwa 4 Euro.

Freibier für alle


Der Julebryg-Day wird traditionell am ersten Freitag im November begangen. Früher war es ein Mittwoch, aber auf vielfachen Wunsch der Berufsschulen wurde er verlegt.  Die Schüler kamen am nächsten Tag oftmals total verkatert zum Unterricht. Auch die anderen Dänen genießen den Tag in vollen Zügen. Es wird getrunken was das Zeug hält. Deshalb freut sich ein Großteil der Bevölkerung auch schon das ganze Jahr auf diesen einen Tag.

Keine Brauerei wir zur Teilnahme gezwungen, trotzdem ist die Beteiligung von kleineren wie auch namhaften recht hoch. Erstmals brachte 1958 die Brauerei Carlsminde ein Weihnachtsbier auf den Markt – inzwischen gibt es das Unternehmen jedoch nicht mehr. Pro Brauerei werden an am Julebryg-Day, was so viel wie Schneebier heißt, rund 30.000 Flaschen Bier verschenkt. In den darauffolgenden zwei Monaten sind es dann etwa 30 Millionen.

Bierkutscher verteilen das Bier


Am Morgen des Julebryg-Day beladen die adrett gekleideten ehrenamtlichen Bierkutscher ihre Kutschen mit dem Weihnachtsbier. Zum Mittag fahren sie dann ausgewählte Restaurants an, in denen sie das Bier an diejenigen verteilen, die es haben wollen. Für die Gaststätten ist das eine Ehre. Dort wird meist sogar die Speisekarte darauf abgestimmt: man bietet Butterbrot und fett gebackenen Fisch an. Die Kutschen werden bis zum Abend immer wieder neu beladen. Um 20:59 beginnt dann die Parade mit den geschmückten und mit Weihnachtsbier beladenen Trucks. Verkleidete Weihnachtmänner und –frauen verteilen dann weiter. Die offizielle Feier läuft dann wie ein Volksfest ab.

Dem dänischen Weihnachtsbier werden Zutaten wie Anis, Zimt, Vanille, Schokolade Lakritze oder Heidelbeeren beigemischt. Der Zuckergehalt liegt mit 18 Prozent auch deutlich über dem in Deutschland mit 4 Prozent. Das Bier hat dann viel mit dem deutschen Starkbier gemein. Das deutsche Reinheitsgebot verböte eine derartige Panscherei in unserer Heimat.

Redaktion Brauen.de: Ingo Partz


Nachricht vom 01.12.2010