Bier wird teurer

Bier wird teurer
Nürnberg – Schon in der ersten Jahreshälfte 2011 werden Verbraucher für ein Kister Bier zwischen 30 und 50 Cent mehr bezahlen müssen. Grund sei der gestiegene Preis für Malz und Braugerste. Zu dieser Prognose kam der Verband der Privaten Brauereien in Bayern am Dienstag auf der Nürnberger Getränkemesse Brau Beviale. Verbandspräsident Gerhard Ilgenfritz sagte, dass der wirtschaftliche Spielraum für kleine wie große Brauereien sehr eng ist.

Aktionen setzen Brauereien unter Druck


Bislang hat noch kein Bierkonzern in Deutschland Preiserhöhungen angekündigt. Kurz vor dem Weihnachtsgeschäft geht der Preiskampf im Lebensmittelhandel mit zahlreichen Aktionen weiter. So ist es möglich selbst Premiumbiere für 10 Euro die Kiste zu bekommen. Dadurch würden kleiner Bierbrauereien im mittleren Preissegment unter Druck geraten, sagen Branchenkenner. Die Preiserhöhungen von 2008 würden damit völlig ausgehebelt. Was mit den Bierpreisen 2011 werde, sei auch völlig offen, hieß es auch Branchenkreisen.

Braugerste und Malz erheblich teurer


Die Preise für Braugerste und Malz seien in diesem Jahr explosionsartig um 70 bis 80 Prozent gestiegen, erklärt der Verband der Privaten Brauereien Bayern. Ilgenfritz sagte, dass die Gewinnmargen aber bei weitem nicht so hoch seien, um dies intern abzupuffern. Auch gestiegene Löhne kämen noch hinzu. Maßgeblich ist der Strukturwandel in der Landwirtschaft für die Verteuerung der Braugerste und des Malz verantwortlich zu machen. Vielerorts würden Landwirte lieber Energierohstoffe für biogasanlagen anbauen.

Veränderte Trinkgewohnheiten und Umsatzrückgänge in der Gastronomie setzten den Brauereien zusätzlich zu. Die Bürger würden zwar nach wie vor gern Bier trinken „aber eben nicht mehr ständig, sondern mehr und mehr eventbezogen – auf dem Volksfest oder im Biergarten“, sagte Ilgenfritz.

Redaktion Brauen.de: Erika Mettmann


Nachricht vom 10.11.2010