Bier brauen mit der Waschmaschine

Bier brauen mit der Waschmaschine
Michael Fey, Pastor an St. Ludgerus in Buer, hat ein ungewöhnliches Hobby. Er braut Bier – das allein ist heutzutage nicht mehr sonderlich aufregend, aber er braut sein Bier mit der Waschmaschine. Sie hat einen großen Edelstahlbottich, eine Trommel, Heizstäbe und eine Temperaturüberwachung. Bisher hat er mit seinem computergesteuerten Lavamat Altbier, Schwarzbier und Guinness nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut.

Alles mit Computer gesteuert – für besten Biergenuss

Es fing an, als er sich vor 20 Jahren regelmäßig mit Freunden zum Bier brauen traf. Damals nur in einem großen Topf auf dem Herd. Doch nach einiger Zeit wurde diese Prozedur zu mühsam und man sah sich nach neuen Möglichkeiten um. Ein Freund von ihm fand eine alte Waschmaschine mit großer Klappe und herausnehmbarer Trommel. Er reparierte sie, indem er die alte Steuerung gegen vollkommen computergestützte Elektronik austauschte – seitdem kann er Temperatur und Drehmoment stufenlos regeln. Der Vorteil: „So kann ich verschiedene Brauprogramme für verschiedene Biersorten eingeben.” Er verrät, dass er zurzeit daran arbeitet Derzeit macht er das System „web-2.0-fähig”, verrät der Tüftler: Künftig kann er den Brauvorgang per Internet kontrollieren und ferngesteuert brauen.

Brauen im Schleudergang

Durch den Zulaufschlauch werden rund 25 Liter Leitungswasser zugegeben, welch dann auf 40 Grad erhitzt werden. Wenn diese Temperatur erreicht ist, kann das Einmaischen beginnen. Der Computer gibt ein Signal, stoppt und durch einen Sack aus Windelstoff werden rund 5 Kilogramm Malz in die Trommel gegeben – helles Malz für helle Biere, Dunkles für Alt- oder Schwarzbier. Jetzt steigt die Temperatur auf 78 Grad an, was die Verzuckerung einleitet. Danach werden Trommel und Malz entfernt und die Restflüssigkeit wird zum Kochen gebracht. 50 Gramm Hopfen machen das Bier nun bitter und zugleich haltbar. Eine Stunde später wird umgefüllt in ein Fass und dann die Temperatur auf 20 Grad abgesenkt. Jetzt fehlt nur noch die Hefe und zwei Tage später kann Michael Fey das Bier in Flaschen füllen, welches dann nach drei Wochen Reifung fertig ist.

Herr Fey braut nur für den Eigenbedarf, weshalb es sein „WAM-Bier“ (Waschmaschinenbier) nicht in den Läden zu kaufen geben wird.

Redaktion Brauen.de: Ingo Partz


Nachricht vom 18.01.2010
 
 
stromanbieter